Der Ortsteil Heiligenhagen

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahr 1232. In diesem Jahr bestätigte der Fürst Nikolaus von Werle die Schenkung von zwei Hufen aus dem Ort an das Zisterzienser-Kloster in Amelungsborn. Zu dieser Zeit wurde der Ort noch „Wildeshusen" genannt. 1304 wurde Heiligenhagen unter dem Namen Heiligengeisteshagen erwähnt. Bis 1428 war der Ort dem Heiligen-Geist-Hospital in Riga unterstellt. 1428 kam das Dorf in Landbesitz und entwickelte sich zu einem Bauerndorf.

heiligenhagen kirche

Kirche


Das älteste erhaltene Gebäude im Ort ist die aus Feldsteinen errichtete Kirche, die etwa ab 1300 gebaut wurde. Die Kirche hat einige sehenswerte christliche Einrichtungen. Ein Epitaph der Familie Bernd von Bülow (Vorfahren des Vicco von Bülow, alias Loriot) aus Klein Bölkow ist in der Kirche angebracht.




Heiligenhagen war durch die Landwirtschaft geprägt. Eine Flurkarte von 1742 weist im Wesentlichen den Bestand von 10 Bauern mit den Hufen aus. 1945 existierten noch 12 Hufner, 33 Büdner und 32 Häusler. 11 Hufner hatten ihre Gebäude um 1900 in eine Dreiseitenanlage erneuert.

Zwei reetgedeckte Bauten von 1838/39 lassen die Lebensweise der Büdner erkennen, wo Menschen, Tiere und Vorrat unter einem Dach untergebracht waren. Auch Gebäude der Büdner und Häusler, welche um 1900 entstanden, sind noch erkennbar.

Nicht mehr vorhanden sind der Dorfkrug und die Wassermühle. 1755 hatten die Bauern gemeinsam eine Wassermühle errichtet. Albert Bliemeister (geb. 1878) war der letzte Betreiber und Besitzer der Wassermühle. Reste der Anlage sind noch erkennbar.

Auch andere alte Gewerbebetriebe wie, eine Schmiede, Molkerei, Schneiderei, Bäckerei, Gärtnerei usw., sind nicht mehr vorhanden. Der Bau der Molkerei erfolgte im Jahr 1911. 1972 wurde diese nicht mehr benötigt und zur Verkaufsstelle ausgebaut. 1999 wurde das Gebäude zu einem Freizeitzentrum umgebaut. Die Gebäude werden heute privat genutzt. Das gleiche gilt für die ehemalige Schule. 1870 wurde die Gaststätte errichtet und 1904 der Saal angebaut. Da das gesamte Gebäude dem Verfall preisgegeben war, wurde es 1998 abgerissen.

1939 hatte Heiligenhagen 300 Einwohner. Die vorhandenen Gewerke waren auf die Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtet. Drei Kaufmannsläden waren im Ort ansässig. Heiligenhagen hat im Jahr 1991 einen Bebauungsplan erarbeitet und durch dessen Umsetzung vielen neuen Bürgern die Grundlage für die Errichtung eines neuen Zuhauses geschaffen. Durch den Eigenheimbau in der Püschower Straße und in der Büdnerreihe sowie durch Lückenbebauung hat die Ortschaft nicht nur an Attraktivität gewonnen, sondern auch seine Einwohnerzahl auf 824 erhöht. Am 31.12.2011 zählt der Ort 730 Einwohner.

Nur noch wenige Einwohner sind in der Landwirtschaft tätig. In Heiligenhagen sind etwa 63 Gewerbetreibende ansässig (Stand Juli 2012).

Um nach Rostock zu gelangen, musste bis 1895 die Strecke Gorow-Hastorf-Wilsen genutzt werden. Danach wurde die Straße mit dem jetzigen Verlauf der L10 in Betrieb genommen. Der Bau der Autobahn BAB 20 mit den nahen Anschlussstellen bietet für Bürger und Gewerbe gute Verkehrsanbindungen.

Geprägt wird der Ort mit einer Ausdehnung von 7,4 km² durch die landschaftlich schöne Lage. Zu den 132 Wohnungen in 88 Häusern (Stand 1979) kamen von 1992 – 2002 139 Einfamilienhäuser hinzu.

Mit der Errichtung des neuen Gemeindezentrums im Jahre 2003 gibt es wieder einen zentralen Treffpunkt im Ort. Es wird fast täglich durch die Vereine, aber auch andere Veranstaltungen genutzt. Die Freiwillige Feuerwehr, die seit 1942 besteht, hat hier ebenfalls eine neue Unterkunft gefunden.

heiligenhagen wohnhaus

Wohnhaus Büdnerreihe

Zu den Baudenkmälern im Ort zählen nicht nur die oben erwähnte Kirche mit dem im 17./ 18. Jahrhundert entstandenen hölzernen Turm, sondern auch das Wohnhaus in der Büdnerreihe 10 aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie das im Gedenken an die Opfer des ersten Weltkrieges errichtete Kriegerdenkmal, welches 2010 saniert wurde. Der zusätzliche Stein mit seiner zeitlosen Inschrift „Zum Gedenken der Opfer von Kriegen und Gewalt" soll stets Anlass zum Gedenken und Mahnen sein.

Der Ort ist auch für Urlauber sehr reizvoll. Wanderungen sind beispielweise in Richtung Püschow und Satow möglich. Gute Busverbindungen nach Bad Doberan, Rostock und Bützow sind ebenfalls vorhanden.

In den Vereinen für Sport, Jagd, Senioren ... sowie der Freiwilligen Feuerwehr finden die Einwohner Abwechslung und Entspannung.

Die Oster- und Herbstfeuer sowie das traditionelle Waldfest gehören zu den lokalen Ereignissen.

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Blick zur Kirche



Mit großer Anteilnahme wird in jedem Frühjahr die Ankunft eines Storchenpaares erwartet.







Für die Zusammenstellung und Aufbereitung der Informationen zum Ort bedankt sich die Gemeindeverwaltung recht herzlich bei den Einwohnern und Bürgern des Ortsteils Heiligenhagen.

Ortsteilvertretung Heiligenhagen